




Diagnose Neurodermitis. Für viele Eltern bricht da erstmal eine Welt zusammen, denn ihr Kind ist krank.
Doch Sie sind nicht allein!
Unter atopischem Ekzem, auch Neurodermitis, atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem genannt, leiden in Deutschland rund 4 Millionen Menschen. Mit rund 5-15 Prozent ist Neurodermitis die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter.
Obwohl so viele Menschen unter dieser Krankheit leiden, gibt es immernoch viele Vorurteile, die das Leben der Betroffenen weiter erschweren.
Hier sei noch einmal betont:
Starke Eltern - starke Kinder
Die Eltern betroffener Kinder sollten von Anfang an ganz offen mit dem Kind über die Erkrankung und deren Folgen sprechen. Nur so kann das Kind von Anfang an Einschränkungen in seinem täglichen Leben akzeptieren und gegenüber anderen Menschen selbstbewusst vertreten.
Sobald das Kind in Kontakt mit anderen Kindern kommt, z.B. im Kindergarten oder in der Schule, sollte gemeinsam mit ihm über mögliche Vorurteile gesprochen werden und wie das Kind entsprechenden Anfeindungen gegenüberstehen kann.
Eltern sollten frühzeitig Erzieher und Lehrer mit ins Boot holen, denn auch diese haben oft Vorurteile und schüren evtl. durch ihre Unwissenheit noch die Situation. Die Ausgrenzung des betroffenen Kindes kann durch Aufklärung vorgebeugt werden.
Neurodermitis?
Der zu unrecht noch gebrauchte Ausdruck "Neurodermitis", stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals wurde davon ausgegangen, dass die Ursache der Hauterkrankung eine Nervenentzündung ist. Mittlerweile wurde diese Ansicht widerlegt, der Begriff ist geblieben.
Menschen mit Neurodermitis, egal ob Kind oder Erwachsener, leiden unter einem ständigen Juckreiz. Erlösung finden sie nur durch Kratzen. Doch Kratzen macht die Sache nicht besser sondern verschlimmert die Situation noch.
Wer und warum man Neurodermitis bekommt, ist noch nicht restlos erforscht. Bislang haben Wissenschaftler circa 20 veschiedene Gene indentifiziert, die etwas mit der Krankheit zu tun haben könnten. Doch das genetische Erbgut alleine begründet diese Krankheit leider nicht. Viele verschiedene äußere Einflüsse spielen eine Rolle. So werden Neurodermitis-Schübe zum Beispiel durch Stress oder Allergien ausgelöst.
Neurodermitiker stehen im Krieg mit ihrem eigenen Körper. Die Körperabwehr, das Immunsystem, ist viel empfindlicher als bei gesunden Personen, es reagiert auf alles besonders stark - nicht nur auf "feindliche Eindringlinge". Für gesunde Menschen harmlose Dinge, wie Nahrungsmittel oder Blütenpollen, lösen eine Hautreaktion aus.
Das Immunsystem reagiert sofort auf das Kratzen und sendet die körpereigenen Abwehrtruppen, die T-Zellen, in Richtung Haut. Dort werden Nervenbotenstoffe wie Acetylcholin und Histamin ausgeschüttet. Diese Stoffe reizen die Nerven der Haut so stark, dass Juckreiz entsteht.
Und dann kommt die Endlos-Schleife: auf Jucken folgt Kratzen und weiter so. Endergebnis: die Haut entzündet sich an den Kratzstellen, die Haut wird infiziert und auch Stellen die nicht gekratzt wurden reagieren. Durch die Wunden gelangen Bakterien und äußere Reize (z.B. Chemikalien) in die Haut.
Die Haut bietet keinen Schutz mehr vor Eindringlingen.
An diesem Punkt ist eine ärztliche Behandlung unbedingt nötig, um aus der Endlos-Schleife "Jucken-Kratzen" heraus zu kommen.
Neurodermitis ist nicht ansteckend.
Symptome der Haut sind:
Je nach Alter kann sich die Krankheit anders darstellen. Jeder Neurodermitiskranke ist anders.
Neurodermitis ist die Entzündung der Ober- und Lederhaut.
Der Neurodermitikerhaut fehlt der natürliche Säureschutzmantel, der sie vor äußeren Einflüssen schützt. Die Haut trocknet sehr schnell aus, wird spröde und rissig. Dem Immunsystem von Neurodermitis-Geplagten fehlt die gesunde Balance. Der Schutz vor vielen Umwelteinflüssen ist nicht gegeben und somit reagiert die Haut mit Juckreiz.
Auslöser können sein:
* Neurodermitiker unterscheiden gerne zwischen positivem und negativem Stress. Positiver Stress lenkt von der Erkrankung ab. Negativer Stress führt zu Schüben.
Neurodermtis ist nicht heilbar.
ABER: Neurodermitis ist behandelbar.
Die Therapie besteht vor Allem aus der Behandlung der charakteristischen Hauttrockenheit durch die äußerliche und innerliche Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen.
Sprechen Sie den Kinderarzt oder Hautarzt auf die richtige Therapie an.
Wie helfe ich meinem Kind?
Vorbeugung:
Hilfe bei Juckreiz:
Mit juckender, entzündeter Kinderhaut sollte auf keine Fall experimentiert werden. Jede neue Medikamentation, auch Hausmittel, sollten mit dem Kinderarzt oder Hautarzt abgesprochen werden.
Neurodermitis ist keine Kinderkrankheit.
Bei vielen Neurodermitikern verbessern sich die Symptome mit dem Alter. Aber es gibt auch viele Erwachsene, die ebenfalls unter der juckenden und schuppenden Hauterkrankung leiden. Genauso wie Kinder, müssen erwachsene Erkrankte lernen mit dem ständig quälenden Juckreiz umzugehen.
Fachbegriffe:
Atopie: ist die geerbte Überempfindlichkeit des Immunsystems
Literaturempfehlung:
In diesem Kinderbuch werden die Ängste und Nöte kranker Kinder in einer Geschichte erzählt. Ein Kind, Simon, hat Neurodermitis. Das Buch zeigt, wie Kinder auch mit einer Krankheit Spaß am Leben haben können. Das Buch hilft zu verstehen, wie man mit kranken Kinder umgehen sollte und wie man ihnen hilft.
Linkempfehlungen:
http://www.dnb-ev.de/
http://www.neurodermitis.net/
http://www.neurodermitisportal.de/blog/
http://www.hautsache.de
http://jucknix.de/neurodermitis-baby-symptome/
Erfahrungsberichte:
- leider noch keine Erfahrungsberichte vorhanden -
Schreib du doch einen! Meine Erfahrungen.
Anmerkung der Autorin:
Meine Erfahrungen mit der Krankheit
Ich bin selber seit über 30 Jahren Neurodermitikerin.
Gerne teile ich meine Erfahrungen bezüglich der Krankheit und
der verschiedenen selber getesteten Behandlungsmethoden.
Schreibt mir an: familymeetsfriends(at)googlemail(punkt)com.