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Gesundheit & Pflege

Dringliche Krankheitssituationen bei Kindern

 

Kinder nörgeln und jammern gerne mal, aber manchmal sollten Sie doch besser ganz genau auf die Symptome achten. Vielleicht steckt ja doch mehr dahinter?

Hier finden Sie einige mögliche Krankheiten aufgelistet.

 

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Ursache:

Meningokokken oder Echo-Adeno-Virus

 

Symptome:

1.Kopfschmerz,

2.Fieber,

3.Erbrechen,

4.Meningismus, d.h.:

a) Nackensteife: Kopfbeugung nicht über 90° möglich,

b) Kniekuss nicht möglich,

c) Dreifußzeichen: in Sitzstellung, bei Durchgedrücken der Beine, stützen die Arme hinten ab (3 "Füße: 2 Arme + Rumpf)

 

Achtung: eine banale Erkältung kann ebenfalls diese Symptome haben!!

 

Sofortmaßnahme:

 

ärztliche Maßnahmen:

1. Nervenwasserpunktion = Lumbalpunktion

2. evtl. Tropfinfusion mit bakterientötenden Medinkamenten

(Antibiotika z.B. Penicillin)

 

 

Krampfanfall

Symptome:

1. leerer Blick / Augenverdrehen,

2. rhythmische Zuckungen der Extremitäten (Kloni),

3. evtl. Blauverfärbung (Zyanose), Schaum vor dem Mund  

    und Einnässen

 

Sofortmaßnahmen:

1. Diazepam rectalk tubes (Säugling 5mg, Kleinkind  

    10mg),

2. bei Fieber: fiebersenkendes Zäpfchen (Antipyretikum),

   z.B. Paracetamol oder Iboprofen (Nurofen),

3. direkt ins Krankenhaus

 

ärztliche Maßnahmen:

1. Krampfhemmer (Antikonvulsiva),

   z.B. Diazepam rectal ode intravenös

2. Lumbalpunktion und EEG zum Ausschluss einer

    ernsthaften Ursache wie Meningo-Enzephalitis oder

    Epilepsie, sonst nur Fieberkrampf

 

Kehlkopfentzündung (Pseudokrupp)

Symptome:

1. Ziehen beim Einatmen (inspiratorischer Stridor),

2. bellender Husten,

3. Heiserkeit

 

Sofortmaßnahmen:

1. beruhigen, evtl. mit Tropfen oder rectal,

2. evtl. Corticoide rectal,

3. direkt ins Krankenhaus

 

ärztliche Maßnahmen:

1. feintröpfiger Vernebler, evtl. mit gefäßverengendem Medikament

(Zuhause: vor den offenen Tiefkühlschrank setzen, Kind zudecken!!!),

2. evtl. abschwellenden Medikament: Corticoid,

3. evtl. Intubation,

5. evtl. Antibiotika

 

spastische (krampfartige) Bronchitis

(Entzündung der kleinen Bronchien) / Asthmaanfall

Symptome:

1. Ausatmung verlängert und pfeifend (expiratorischer Stridor),

2. meistens Husten

 

Sofortmaßnahmen:

1. beruhigen, evtl mit Tropfen oder rectal,

2. zum Kinderfacharzt oder Notarzt, direkt ins Krankenhaus, wenn beim Einatmen Einziehungen im Oberbauch zu sehen sind

 

ärztliche Maßnahmen:

1. Bronchialerweiterer (Bronchodilatatoren),

2. evtl. feinsttröpfiger Vernebler,

3. evtl. Corticoid zum Abschwellen,

4. evtl. Sauerstoff

 

Fremdkörpereinatmung

Symptome:

1. plötzlicher Hustenanfall,

2. Luftnot

 

Sofortmaßnahmen:

1. Mund freiräumen,

2. an den Beinen hochheben und Rücken klopfen,

3. direkt ins Krankenhaus

 

ärztliche Maßnahmen:

1. Absaugen,

2. Bronchienspiegelung (Bronchoskopie) mit Fremdkörperentfernung

 

akute Blinddarmentzündung (akute Appendicitis)

Symptome:

1. Unterbauchschmerz rechts,

2. Druckschmerz und Abwehrspannung am "Mac - Burney - Punkt":

auf halber Strecke zwischen vorderem Beckenstachel und Bauchnabel

 

Sofortmaßnahmen:

1. Eisblase o.ä. auf den rechten Unterbauch

2. zum Hausarzt oder Notarzt!

 

ärztliche Maßnahmen:

Operation

 

Brechdurchfall (Gastro-Enteritis)

Symptome:

1. Durchfall,

2. evtl. Erbrechen

 

Sofortmaßnahmen:

1. Diät: Tee eiskalt in kleinen Portionen und Salz

(z.B. Salzstangen oder Fertiglösung Oralpädon o.ä.),

2. zum Kinderfacharzt

 

Achtung: Direkt ins Krankenhaus bei Zeichen von Austrocknung:

a) Fontanelle eingesunken (beim Säugling),

b) Augen haloniert (tiefliegend),

c) Zunge trocken (wie ein Radiergummi),

d) Hautfalten bleiben nach dem Anheben stehen.

 

 

Ein Grund für Übergeben oder Durchfall kann auch eine Vergiftung sein.

Wichtig ist nun - Ruhig bleiben! - und nach der Vergiftungsursache suchen, denn nur so kann der Arzt wichtige Gegenmaßnahmen einleiten.

Das Thema Vergiftung bei Kindern war auch Thema des Kindersicherheitstages am 10. Juni 2009. Der Slogan des Tages lautete: „Sicher aufwachsen. Kinder vor Vergiftungen schützen!“

Anlässlich dieses Kindersicherheitstages hat die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. zahlreiche Materialien zum Thema Vergiftungen zur Verfügung gestellt. Diese können hier herunter geladen werden.

 

Giftnotrufnummern:

Berlin: Telefon 030-19 240
www.giftnotruf.de

 

Bonn: Telefon 0228-19240
www.giftzentrale-bonn.de

 

Erfurt: Telefon 0361-73 07 30
www.ggiz-erfurt.de

 

Freiburg: Telefon 0761-19240
www.giftberatung.de

 

Göttingen: Telefon 0551-19 240
www.giz-nord.de

 

Homburg/Saar: Telefon 06841-19 240
www.uniklinikum-saarland.de/giftzentrale

 

Mainz: Telefon 06131-19 240
www.giftinfo.uni-mainz.de

 

München: Telefon 089-19 240
www.toxinfo.org

 

Nürnberg: Telefon 0911–398 2451
oder 0911-398 2665

 

 

Hinweis: Im Zweifelsfall oder bei akuten Beschwerden sollten Sie immer sofort einen Kinderarzt konsultieren!

 

 

Partner:

Unser Partner beim Thema Erste Hilfe am Kind ist die Stiftung Kindersicherheit.

In Seminaren wird Eltern und allen Interessierten (wie Tagesmüttern, Grosseltern etc.) der Umgang mit Kindern und Säuglingen in Notsituationen beigebracht.

 

 

Autor: Jule/ Anke; Quelle: www.kindersicherheit.de

 

 

 

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